Manchmal ist es schon verlockend: Man hat auf irgendeiner Messe Gewinnspielkarten ausgeteilt, mit dem Ziel an Kundendaten zu kommen. Oder ein befreundetes Unternehmen meint, dass das Angebot auch für seine Kunden interessant wäre und bietet einem an, dass man seinen Kunden einen Newsletter schicken kann.

Die Frage ist nur: Darf man das? Was passiert wenn jemand gegen mich vorgeht? Wie teuer kann das werden?

 

Gesetzeslage

In Österreich regelt das das Telekommunikationsgesetz (TKG)

Die Kurzversion: Man darf elektronische Post (Newsletter, Emails, SMS, FAX) zu Werbezwecken nur an jene Adressaten schicken, von denen auch eine (jederzeit widerrufliche) Zustimmung vorliegt. Eine Ausnahme besteht nur, wenn es ein aufrechtes Kundenverhältnis gibt.

Wenn es sich um kein Werbemail handelt, wobei das sehr weit gesehen wird und bis auf Systemnachrichten technischer Natur meist der Fall sein wird, bräuchte man keine vorherige Zustimmung.

Würden solche Mails, die nicht der Werbung dienen, aber an mehr als 50 Personen verschickt werden, würde das Verbot, ohne vorherige Zustimmung zu versenden, dennoch greifen.

§ 107 TKG bestimmt die Voraussetzungen zum erlaubten Versand: Man darf einen Newsletter zu Werbezwecken schicken wenn:

  • eine vorherige Zustimmung des Adressaten vorliegt, oder
  • wenn keine vorherige Zustimmung vorliegt, es ein aufrechtes Kundenverhältnis gibt und gleiche oder sehr ähnliche Produkte beworben werden (genauer: E-Mail Adresse muss im Zusammenhang mit dem Kauf einer Dienstleistung an das Unternehmen gelangt sein, gleiches oder ähnliches Produkt muss beworben werden, Newsletter ist leicht abzubestellen, Empfänger ist nicht in die Robinson Liste eingetragen). vgl. §107 (3) TKG

Im Übrigen macht das österreichische Gesetz hier keinen Unterschied, ob der Empfänger Unternehmer oder Konsument ist! Man darf also auch als Unternehmen andere Unternehmen zu Werbezwecken ohne vorherige Zustimmung nicht kontaktieren.

Wenn man seine Produkte einem anderen Unternehmen anbieten möchte und noch keine Geschäftsbeziehung besteht, ist es also rein rechtlich etwas schwierig, in Zeiten von Emails als Kommunikationsmittel einen rechtlich einwandfreien Kontakt herzustellen. Die Praxis ist hier sicherlich weit weg von der Gesetzeslage. Wenn es hart auf hart käme, wäre auch ein Mail des Geschäftsführers an den anderen als unerwünscht zu sehen, wenn die oben genannten Voraussetzungen nicht gegeben sind, weil der Werbecharakter eindeutig ist, wenn man ein Geschäft anbahnen möchte. Man könnte also eigentlich nur einen persönliche adressierten Brief an den Geschäftsführer schicken und ihn bitten einer Email zuzustimmen. So liest sich zumindest das Ergebnis eines eher umstrittenen Gesetzes. Am Ende bleibt dann meist den Gerichten die Auslegung überlassen, ab wann eine Zustimmung vorliegt.

 

Sollte ich E-Mail Adressen kaufen?

Manche Unternehmen kaufen Adressen im Internet um gleich von Beginn an einen riesigen Verteiler zu haben. Je nach Branche variieren hier die Preise, aber von durchschnittlich € 3,- pro Datensatz kann man ausgehen.

Wir raten dringend davon ab. Abgesehen von der Gefahr, sich im Verwaltungsstrafrecht wieder zu finden, bringt es meist nichts. Man hat enorme Streuverluste und jede Menge Abmeldungen. Auf den Umsatz wirkt sich das meist nicht aus, jedoch leidet das Image des Unternehmens, wenn man plötzlich von einem wildfremden Unternehmen eine in diesem Fall aufdringliche Werbung in der Mailbox vorfindet.

 

Folgen von SPAM: Teure Abmahnungen!

Der Vollständigkeit halber: Sollte tatsächlich gespammt werden, sieht der Gesetzgeber gemäß § 109 (3) TKG eine Verwaltungsstrafe von bis zu € 37.000 vor!

 

So sammeln Sie E-Mail Adressen ohne Sorgen:

Im klassischen Fall, dass man als Unternehmen an seine (potenziellen) Kunden einen Newsletter schicken möchte ist das „Double Opt-In“ Verfahren, das einzig wirklich sichere Instrumentarium um nachweislich eine Zustimmung des Adressaten zu haben.

Das bedeutet: Der Kunde trägt seine Emailadresse in das Newsletter Abo Feld ein und bekommt dann ein Mail – noch OHNE Werbeaussagen! – in dem er nochmals einen Link anklicken muss, um die Zustimmung zu bestätigen. So wird garantiert, dass die Person auch tatsächlich selbst den Newsletter bestellt hat und die Adresse nicht von einem anderen eingetragen wurde. Sollte der Adressat diesen Link nicht anklicken, bitte nicht nochmals nachfragen, ob er es nicht doch machen möchte!

Wenn Sie jetzt wissen wollen wie Sie den Kreis Ihrer Newsletter-Empfänger erhöhen – ganz legal und auf eine freundliche Art und Weise lesen Sie den Artikel: Mit diesem Trick verdreifachen die Newsletter-Anmeldungen auf Ihrer Website.